Cover Gott ist ein Kreativer

#28 Gott ist ein Kreativer

Mit StB Benjamin Schiller unterhalte ich mich u.a. darüber, warum die Menschen für den Erfolg wichtiger sind als die Zahlen und welche Rolle wertschätzende Kommunikation dabei spielt.

Dauer 41 Minuten.

Gott ist ein Kreativer, kein Controller – Über das Leben außerhalb der Effizienzfalle oder warum wir mit unserem Lebenspartner keine Jahresgespräche führen sollten.

Frank Dopheide 2021, 233 Seiten

Shownotes

  1. Die wichtigsten Erkenntnisse in 1 bis 3 Sätzen

Eine Abrechnung mit der Managerkaste, die in heutigen Zeiten ausgedient hat, doch immer noch an Ihrem Chefsessel klebt. Prototyp Stefan, männlich, weiß, 40, studiert (BWL oder Jura), Chefoptimierer. Durch die Konzentration auf den Profit hat Stefan, der Endoptimierte, die Menschen verloren.

Ein Plädoyer für Empathie und gesamtgesellschaftliche Rücksicht

2. Was kannst Du für die Praxis rausziehen

  • Lernfach „Wortgewandtheit“ als Pflichtfach in der Aus- und Weiterbildung – Schöne Grafik auf S. 101 „What I think – what I can put into words – what I say to other people – what people actually understand“
  • Schreib persönliche Notizen und Briefe an die Mitarbeiter statt Mails, wenn Dir das Thema wirklich wichtig ist. Eine Trauerkarte per Mail ist, als würden Sie Ihrer Frau zu Weihnachten Geld schenken. Auch der persönliche Geburtstagsgruß ist ein echtes Zeichen von Wertschätzung
  • 5 Rollen, in denen Führungskräfte Menschen und Unternehmen bewegen können:
    Die Identifikationsfigur
    Der Vertrauensanker – Vertrauen beginnt mit Vertrautheit
    Der Wertgarant
    Der kommunikationsturbo
    Der Talentmagnet
  • Wenn Innovation erfolgreich sein soll, muss nicht nur das Forschungsbudget sondern auch das Kommunikationsbudget erhöht werden – wie lautet die Zukunftsgeschichte Deiner Kanzlei? Mein Lieblingstipp: schreib die Jubiläumsrede zum 50. Kanzleibestehen oder – haben wir bei H&H mal gemacht – die Mitarbeiter / Mandantenzeitung 2030
  • Gallup-Umfrage 87% fühlen sich dem Unternehmen nicht verpflichtet. Rechenexempel:
    Zahl der Mitarbeiter *87 / 100. Diese Zahl multiplizieren mit dem Durchschnittsverdienst der Angestellten. Das ist Euer Zukunftskapital
  • Sechs Zündstufen, um die Mitarbeiter auf die Reise ins Ungewisse mitnehmen
    Gefühl der Sicherheit in der Gruppe
    Optimistischen Ungewissheit – gespannte Vorfreude
    Zugehörigkeit – siehe Corporate Tribe
    Wahrnehmung
    Persönliches Wachstum
    Energiefeld der Gleichgesinnten
  • Die Mutter aller Antworten ist die Frage – alles hängt von der richtigen Frage ab. Sind bei Fragetechnik auf die falschen Fragen konditioniert, haben eher dramaturgische Aufgaben. Aussage eines Freundes bei, wie hältst Du es mit Gott und Religion? „ich finde die Fragen viel interessanter als die Antworten“. Wenn das Vertraute fremd und das Selbstverständliche seltsam erscheint. Was wäre, wenn… Übung
  • Herzensangelegenheit statt Purpose. Das Why von Simon Sinek wurde falsch übersetzt mit „Warum“ – das ist rückwärtsgewandt. Richtig ist „Wofür“, das lässt uns nach vorn blicken und zeigt klar den Weg auf – für wen oder für was machen wir das
  • 4er Raster der Kreativität: Eintauchen in das Problem, Inkubationszeit, Ausprobieren, Konkretisieren. Der wichtigste Baustein von Kreativität ist Tapferkeit. Das ist mehr als Mut, ist nachhaltiger Mut
  • Effizienz ist die übernatürliche Fähigkeit, das Ergebnis zu steigern, indem man Dinge, Menschen und Zukunft einspart – Die Steigerung von Effizienz heißt Ende
  • Mitarbeiter kommen zu Unternehmen und sie verlassen Vorgesetzte – Reinhard Sprenger

3. Das beste Beispiel / die beste Geschichte

Diesmal sind es Geschichten von Anti-Helden, Managern die ihre Unternehmen für den kurzfristigen finanziellen Erfolg langfristig ruiniert haben

  • Wells Fargo – wenn Zielvorgaben zum Wahnsinn führen – eight is great
  • Jack Welch, der mit seiner rücksichtslosen Methode eine ganze Managergeneration geprägt hat. Hat als erster den Stakeholder-Value zum überragenden Unternehmensziel gemacht
  • Sir Martin Sorrell (von ihm habe ich noch nie zuvor gehört) hat das größte Werbeunternehmen der Welt aufgebaut bzw. eingekauft (u.a. Ogilvy) – WPP mit 200.00 Mitarbeitern. Er war zum Schluss bei seinen Mitarbeitern so verhasst, dass sie jeden kleinen Erfolg seiner Frau bei der Scheidung gefeiert haben

4. Was siehst Du kritisch?

Wie immer: das Buch richtet sich an Menschen, die dieses Buch nicht lesen

Es ist mehr Abrechnung als Hilfestellung für „Was mache ich jetzt konkret anders“

5. Was hat Dich zum Lachen gebracht

  • Ich habe schon lange nicht mehr so oft gelacht wie bei diesem Buch. Dopheide bringt die Schwachsinnigkeiten und den Wahnsinn des rücksichtslosen Wirtschaftens so pointiert auf den Punkt, dass es beim Lachen weh tut
  • Bild mit den geklonten Führungskräften – nutzen aus Kosten gründen auch alle den gleichen Friseur und Herrenausstatter
  • Buchführung ist etwas anders als Führung
  • Das 360-Grad-Feedback-Gespräch am Hochzeitstag mit Birgit Seite 111. Der LQ-Faktor, SpW Indikator, ProIA
  • Der finanzielle Forecast wurde erfunden, um Astrologie seriös wirken zu lassen. Harvard Professor John Galbraith
  • Homeoffice für Chefs: wie hält man die Zügel in der Hand, wenn man nicht in den Pferdestall darf.
  • Das Mail von Gott an alle S. 214ff

6. Was war neu für Dich

  • Google beschäftigt mehr „liquid and temporary workforce“ (130.000) als feste Mitarbeiter (123.000)
  • Viktor Frankl, der Vater der Sinnfrage
  • Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Enthusiasmus wie 27 zusätzliche IQ-Punkte wirkt

7. Warum muss man dieses Buch gelesen haben – oder auch nicht

Die vielen scharfzüngigen Sprüche und Zitate, die einen zum Lachen bringen. Lesegenuss Prädikat Urlaubslektüre

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