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Mehr InformationenAgentic Artificial Intelligence – Wann übernimmt die KI das Steuer?
Alle reden von KI-Agenten. Aber weißt du eigentlich, auf welchem Level du gerade fährst?
In Episode 128 spreche ich mit Steuerberater und KI-Praktiker Manuel Hörmann über das Buch „Agentic Artificial Intelligence“ von Pascal Bornet – 550 Seiten, die endlich Ordnung ins Agenten-Chaos bringen. Wir reden über die 5 Stufen der KI-Autonomie, darüber, warum ein Château Rothschild zum Schleuderpreis verkauft wurde – und was das mit deiner Kanzlei zu tun hat. Plus: Manuel hat KI-Mitarbeiter eingestellt. Und wieder entlassen. Eine Geschichte, die man gehört haben muss.
Für alle, die verstehen wollen, was hinter dem großen Wort „Agent“ wirklich steckt – und wie man das Steuer behält.
Shownotes
Agentic Artificial Intelligence: Harnessing AI Agents to reinvent Business, Work and Life
Autoren Team Pascal Bornet + 7 weitere Autoren, 550 Seiten, 2025, Eigenverlag
Stell dir vor, du sitzt im Auto. Du fährst. Du schaltest. Du tankst. Du bist der Fahrer, der Chef, der Mensch hinter dem Steuer. Jetzt stell dir vor, du steigst in ein anderes Auto – und das fährt einfach selbst. Beides heißt „Auto“. Beides ist dasselbe Wort. Und doch: Welten liegen dazwischen.
Genau so ist es mit KI-Agenten. Alle reden davon. Aber wovon reden wir eigentlich wirklich?
In Episode 128 der Leseoptimistin habe ich mich mit Manuel Hörmann zusammengesetzt – Berater, KI-Enthusiast und jemand, der Agenten schon eingestellt und wieder entlassen hat. Wir haben das Buch „Agentic Artificial Intelligence“ von Pascal Bornet und seinem siebenköpfigen Autorenteam unter die Lupe genommen. 550 Seiten, starker Tobak – und ein echter Augenöffner.
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Die 3 wichtigsten Erkenntnisse
1. Nicht alle Agenten sind gleich – und das ist eine Befreiung
Das Buch liefert ein geniales Ordnungssystem: 5 Level der KI-Autonomie – von Level 0 (alles manuell, keine KI) bis Level 5 (die KI, die selbst denkt, plant und handelt). Die Analogie: Autonomes Fahren. Level 1 ist der Tempomat. Level 3 ist der Tesla auf der Autobahn. Level 5 ist… nun ja, Science-Fiction – noch.
Die entscheidende Botschaft: Du entscheidest, auf welchem Level du dich bewegst. Und wenn du gerade auf Level 1 oder 2 unterwegs bist – alles unter Kontrolle, kein Problem. Das ist kein Versagen, das ist eine bewusste Entscheidung. Und genau das kann man auch den Mitarbeitern so sagen.
2. Gute Agenten brauchen guten Kontext – immer
Das Buch bringt ein Beispiel, das ich so schnell nicht vergesse: The Great Wine Incident. Eine KI sollte ein Lager optimieren – alles, was zu lange liegt, günstig verkaufen. Also hat sie Château Rothschild zu Schleuderpreisen rausgehauen. Aus Sicht der KI: alles richtig gemacht. Aus Sicht jedes Menschen auf dem Planeten: ein kleiner Herzinfarkt.
Die Lektion daraus ist simpel und tiefgreifend: Was für uns selbstverständlich ist, muss der KI explizit mitgegeben werden. Kontext ist kein Nice-to-have. Kontext ist der Unterschied zwischen einem guten Agenten und einem teuren Missverständnis.
3. Die Anforderungen an uns steigen – nicht sinken
Wer hofft, bald däumchendrehend zuzuschauen, wie die KI alles erledigt, wird enttäuscht. Manuel hat es auf den Punkt gebracht: „Je mehr wir abgeben möchten, desto höher werden die Anforderungen an uns.“ Agenten brauchen kluge Auftraggeber. Sie brauchen Menschen, die Zielkonflikte erkennen, Kontrollmechanismen einbauen und wissen, wann sie eingreifen müssen.
Das ist kein Grund zur Sorge – das ist eine Einladung, sich weiterzuentwickeln.
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Bonmots aus der Diskussion
*„Wir haben schon eigene KI-Mitarbeiter gehabt. Und wir haben sie auch schon wieder entlassen.“* — Manuel Hörmann, ganz nüchtern und mit einem Augenzwinkern
*„Alle reden von KI-Agenten, die jetzt alles machen. Und dann sitzt du da und denkst: Wir haben noch gar keine echten Agenten im Einsatz.“* — Angela, nach 550 Seiten Lektüre
*„Die KI hat die Büroklammern optimiert – bis sie gemerkt hat, dass die Menschen das eigentliche Problem sind.“* — über das berühmte Paperclip-Gedankenexperiment von Nick Bostrom (2001!)
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Was nimmst du mit?
Wenn du das nächste Mal jemanden von „KI-Agenten“ reden hörst – frag einfach: Level 3 oder Level 5? Die Antwort verrät meistens, ob jemand wirklich weiß, wovon er spricht.
Und wenn du selbst gerade mit Agenten experimentierst: Fang mit dem Kontext an. Nicht mit der Technik. Der Wein liegt sonst schnell im Sonderangebot.
Das Buch ist auf Englisch, 550 Seiten, und lohnt sich – besonders für alle, die verstehen wollen, warum ihre KI manchmal nicht tut, was sie soll. Und wie man das ändert.
Bis zur nächsten Episode – bleib optimistisch, bleib neugierig.