Illuminate Buch von Nancy Duarte

#125 Illuminate

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Illuminate – Ignite Change through Speeches, Stories, Ceremonies and Symbols
von Nancy Duarte & Patti Sanchez, Wiley 2016, 422 Seiten

ebenso von Nancy Duarte erschienen und lesenswert:
Resonate und Sllideology

Wie gelingt echte Veränderung – jenseits von Zahlen, Charts und PowerPoint?

In dieser Episode spreche ich mit Sebastian Thalhammer von Firestorm Digital darüber, warum Veränderung nicht rational beginnt, sondern emotional – und warum Führung bedeutet, die Fackel voranzutragen.

Wir tauchen ein in die fünf Phasen jeder Transformation (Dream, Leap, Fight, Climb, Arrive), sprechen über Torchbearer und Traveler, über Storytelling als strategisches Werkzeug und darüber, warum Motivation allein nicht reicht.

Eine Folge für alle, die Menschen wirklich mitnehmen wollen – in Kanzlei, Unternehmen oder im eigenen Leben.

Illuminate - Warum Veränderung keine Excel-Tabelle ist

Veränderung beginnt nicht mit Zahlen.
Sie beginnt mit einem Feuer.

Das Buch ist bereits 2016 erschienen, aber wirkt heute aktueller denn je. Gerade in Zeiten von KI, Digitalisierung, Kanzlei-Transformation und New Work stellt sich eine zentrale Frage:

Wie nehme ich Menschen wirklich mit – statt sie nur sachlich zu informieren?

Und genau da setzt dieses Buch an.

Die wichtigste Erkenntnis in einem Satz

Veränderung gelingt nicht durch Argumente – sondern durch Emotion, Struktur und bewusste Führung durch fünf wiederkehrende Phasen.

Oder wie Sebastian es so schön formuliert hat:
Wir überschätzen Zahlen – und unterschätzen das innere Feuer.

Die fünf Phasen jeder Veränderung

Nancy Duarte beschreibt einen universellen Ablauf, der immer passiert – ob bei einer Revolution, einer Softwareeinführung oder dem guten alten Fitnessstudio-Vorsatz:

  1. Dream – Der Traum entsteht
  2. Leap – Die Entscheidung fällt
  3. Fight – Der Widerstand kommt

  4. Climb – Die anstrengende Strecke beginnt

  5. Arrive – Das Ziel wird erreicht
    (Und dann? Dream again.)

Was mich besonders getroffen hat:
Ich war früher großartig im „Dream“. Kick-offs? Inspirierende Reden? Euphorischer Projektstart? Kann ich.

Aber ich habe die Phasen drei und vier schlicht ignoriert.
Und mich dann gewundert, warum Projekte einschlafen.

Das war einer dieser ehrlichen Aha-Momente beim Lesen.

Warum das für Unternehmerinnen und Unternehmer so wichtig ist

Viele von uns – gerade in der Steuerberaterwelt – sind extrem faktenorientiert. Wir glauben:

„Wenn ich es sachlich erkläre, wird es schon akzeptiert.“

Nancy Duarte zeigt sehr klar:
Das Gehirn trifft Entscheidungen nicht im rational-analytischen Bereich, sondern dort, wo Emotion entsteht.

Veränderung ist kein PDF-Anhang.
Veränderung ist eine Geschichte.

Torchbearer und Traveler – ein starkes Bild

Im Buch gibt es zwei zentrale Rollen:

  • Der Torchbearer – der Fackelträger

  • Die Traveler – die Reisenden

Mir gefällt besonders, dass sie bewusst nicht von „Passagieren“ spricht.
Traveler bewegen sich selbst. Sie gehen mit.

Als Unternehmerin oder Unternehmer bist Du nicht nur Fachkraft.
Du bist Führungskraft.
Und das bedeutet: Du trägst die Fackel.

Das heißt nicht, dass Du Martin Luther King sein musst.
Es heißt nur: In Deinem Wirkungskreis bist Du derjenige, der Orientierung gibt.

Die vier Werkzeuge des Wandels

In jeder Phase arbeitet Duarte mit vier Elementen:

  • Stories – Geschichten

  • Speeches – klare Reden

  • Symbols – greifbare Zeichen

  • Ceremonies – bewusste Rituale

Und das ist viel praktischer, als es klingt.

Ein Onboarding-Prozess?
Eine Zeremonie.

Ein besonderes Werkzeug für langjährige Mitarbeitende?
Ein Symbol.

Eine Kanzlei, die ihren alten Locher feierlich „verabschiedet“, weil sie komplett digital wird?
Eine humorvolle Zeremonie mit Symbolkraft.

Man merkt plötzlich: Diese Dinge wirken nicht zufällig. Sie wirken strukturiert.

Das beste Beispiel aus der Episode

Sebastian hat eine Unternehmerin beschrieben, die in einem dreiminütigen Pitch ihre eigene „Origin Story“ erzählt hat – warum sie tut, was sie tut.

Nicht sachlich.
Sondern emotional.

Der Raum war still.
Mitarbeitende schrieben Wochen später Nachrichten.
Die eigene Familie verstand sie plötzlich auf einer neuen Ebene.

Da wird klar:
Eine gut erzählte Geschichte verändert Identität.

Ein Kapitel, das man nicht überlesen darf: Listen

Ein ganzes Kapitel heißt schlicht: Zuhören.

Und das ist entscheidend.

Du kannst keinen Veränderungsprozess gestalten, wenn Du nicht weißt:

Wo steht Dein Gegenüber?
Was bewegt ihn?
Was macht ihm Angst?
Wofür würde er brennen?

Empathie ist kein weiches Beiwerk.
Sie ist strategische Voraussetzung.

Was war neu für mich?

Dass diese fünf Phasen wirklich immer stattfinden.
Nicht manchmal. Nicht optional. Immer.

Das ist fast schon tektonisch – wie Naturgesetze.

Und plötzlich versteht man, warum Motivation allein nicht reicht.
Warum Anthony-Robbins-Momente verpuffen, wenn die anschließende „Climb“-Phase nicht begleitet wird.

Feuerlauf ersetzt keine Prozessarchitektur.

Was hat mich zum Schmunzeln gebracht?

Zwei Dinge.

Erstens: Ich war überzeugt, das einleitende „Gedicht“ im Buch sei von Kipling oder irgendeinem klassischen Dichter.
Nein. Es stammt von Nancy Duarte selbst.
Storytelling auf Meta-Ebene.

Zweitens: In der Danksagung bedanken sich die Autorinnen bei ihren Hunden – mit Foto.

Als Hundebesitzerin konnte ich nur nicken.
Das ist echtes Symbolverständnis.

Was sehe ich kritisch?

Die Beispiele sind teilweise etwas älter.
Start-ups von 2010, politische Kontexte aus einer anderen Zeit.

Eine aktualisierte Ausgabe mit aktuellen Change-Beispielen wäre großartig.

Aber die Prinzipien?
Zeitlos.

2–3 Zitate, die hängen bleiben

„Inspiration comes from ‘inspirare’ – to breathe life into.“

„People don’t resist change. They resist being changed.“

„A movement begins when someone sees a future others cannot yet see.“

Warum Du dieses Buch lesen solltest

Wenn Du:

  • Menschen führen willst

  • Deine Kanzlei oder Dein Unternehmen transformieren möchtest

  • Beratungsprozesse besser strukturieren willst

  • oder einfach verstehen willst, warum manche Reden Räume verändern – und andere nicht

Dann ist Illuminate ein echtes Arbeitsbuch.

Nicht zum schnellen Durchlesen.
Sondern zum Mitdenken, Markieren und Anwenden.

Mein Fazit

Veränderung ist kein Projektplan.
Sie ist eine Reise.

Und vielleicht ist die wichtigste Frage nicht:
„Wie erkläre ich es logisch?“

Sondern:
„Wofür brenne ich – und wie entzünde ich dieses Feuer bei anderen?“

In diesem Sinne:
Fackel an. 🔥

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